#grüngehtdoch hat mit Dominik Lawetzky, #fridaysforfuture, gesprochen.

Dominik war von 2018 bis 2019 als Schülersprecher am Gymnasium Eltville tätig. Während dieser Zeit hat die Schülerschaft zahlreiche neue Initiativen zugunsten von Natur und Klima gestartet; dieses Engagement wurde vom Rheingau-Taunus-Kreis mit dem „Klasse Klima“-Preis ausgezeichnet. Anfang 2019 half er beim Aufbau der Wiesbadener „Fridays for Future“-Ortsgruppe. Schwerpunkt bei seinem Engagement sind Fragestellungen der politischen Strukturen und der Kommunikation in Sachen Klimaschutz.

Dominik, du bist eines der bekanntesten Fridays For Future-Gesichter im Rheingau.
Wie kam es dazu, gab es einen Anlass?
So lange ich denken kann interessiere ich mich für Politik und Wissenschaft. Da gehört es zu den größeren Ärgernissen, dass beides nicht immer in Einklang zu bringen ist: In der Wissenschaft geht es um Sachurteile, in der Politik spielen Werte eine größere Rolle. Nur gibt es Themen, bei denen Werte nicht der Maßstab aller Dinge sein sollten – der allmähliche Kollaps unseres Ökosystems ist eines davon. Die Politik reagiert auf Reize von außen. Genau das wollte ich sein! Als Teil eines viel größeren Reizes, einer Bewegung: Fridays for Future.

Bist du zufrieden mit der Resonanz auf dein Engagement an deiner ehemaligen Schule, das Gymnasium in Eltville, hast du Unterstützung bekommen und so ja: von wem?
Wenige Institutionen haben sich in den letzten 100 Jahren als derart träge erwiesen wie Schulen. Das spiegelt sich leider auch in der Mentalität derer wider, die in dieser Institution arbeiten. Sagen wir es so: Einen grünen Teppich haben sie uns nicht ausgerollt, aber uns wurden auch keine allzu großen Steine in den Weg gelegt.
Eines sei denen geraten, die sich in Schulen für mehr Klimaschutz einsetzen wollen: Gegen die Institution zu arbeiten, ist keine Option und führt nur zu viel Frustration. Naturwissenschaftliches, aber auch sozialwissenschaftliches Know-how sind essenziell, um die komplexen Zusammenhänge bei der Klimapolitik zu verstehen. Genau muss man ansetzen – zum Beispiel mit Vorträgen, Arbeitsgruppen und Exkursionen. Im Mai halte ich zusammen mit einer Mitstreiterin einen Vortrag für Mittelstufenschüler:innen zum Thema „Die individuelle und kollektive Verantwortung an der Klimakrise“. Letztes Jahr haben wir den Fünft- und Sechstklässler:innen den Treibhauseffekt erklärt – das kam sehr gut an.

Was möchtest du in diesem Bereich (z. B. für die Schule, den Rheingau, Deutschland) noch erreichen?
Der Reiz ist nun gesetzt, die Reaktion steht zu großen Teilen noch aus. Vor allem die Kommunalpolitik hat einiges an Nachholbedarf in Sachen Klimaschutz. Städte wie Eltville machen viel richtig, da können sich andere eine Scheibe abschneiden. Im Übrigen ist Patrick Kunkel, der Eltviller Bürgermeister, ein CDUler. Das beweist: Klimaschutz ist keine Werte-, sondern eine Sachfrage!
In einem Jahr sind Kommunalwahlen, und ich hoffe, dass dann eine neue Generation sachorientierter Politiker:innen jenseits von Parteigrenzen den Klimaschutz vorantreiben wird.

Mehr Informationen zu Dominic gibt es auf seiner Website: https://www.dominiklawetzky.de