#grüngehtdoch hat mit David Delto und Dariusz Kunz, Initiatoren des Goethe’s Green Office‘ gesprochen.

David und Darius, Ihr seid die Initiatoren des Goethe Green Office, dem Green Office der Goethe Universität Frankfurt.
Wie kam es dazu, gab es einen Anlass?
Also erstmal sind wir nicht die alleinigen Initiator*innen des Goethe’s Green Office, wir haben als eine Gruppe von 6 engagierten Studierenden angefangen. Was uns alle von Anfang an verbunden hat, ist der Wille etwas zu verändern, aufgrund der Missstände, die wir in gesellschaftlichen und politischen Prozessen erkennen. Besonders Ressourcenverschwendung und die damit einhergehende Umweltzerstörung ist ein zentrales Thema unserer Zeit. Auch an unserer Universität haben wir eine große Diskrepanz zwischen den notwendigen Veränderungen und den tatsächlichen Handlungen ausgemacht und wollten deshalb aktiv werden.

Könnt Ihr kurz beschreiben, was ein Green Office genau ist und wo es her kommt?
Das Goethe’s Green Office entstand, als wir auf das greenofficemovement aufmerksam wurden. Das greenofficemovement verbreitet die Idee des Nachhaltigkeitsbüros an Universitäten und ist mittlerweile eine weltweite Bewegung. Unterstützt wird das Ganze von RootAbility, die Online-Seminare anbieten um die Grundidee des „Green Office“ Menschen zu übermitteln und einen Startpunkt zu bieten. So haben auch wir an einem Online-Seminar teilgenommen, was gleichzeitig der Anfang unserer Initiative war.
Grundsätzlich ist das Green Office ein open-source Konzept. Das heißt, dass es jedem zugänglich ist und jeglicher Hinsicht verändert und genutzt werden kann. Dieses Konzept beinhaltet die Idee eines Nachhaltigkeitsbüros. Das heißt, Studierende, Lehrende oder auch Mitarbeiter*innen können mit Hilfe dieses Konzeptes auf ihre Hochschule zugehen und ein Nachhaltigkeitsbüro entwerfen, entwickeln und fordern. So ein Nachhaltigkeitsbüro soll eine zentrale Koordinationsstelle sein, die die jeweilige Hochschule nachhaltig gestaltet. Dabei reichen die Aufgabenbereiche eines Nachhaltigkeitsbüros von Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung für das Thema Nachhaltigkeit über Einführung von Recyclingpapier bis hin zur Gestaltung einer klimaneutralen Universität.

Wieso hat sich das Prinzip der Green Office an deutschen Unis noch nicht so durchgesetzt?
Erst einmal gilt es zu sagen, dass es schon einige Nachhaltigkeitsbüros in Deutschland gibt. Beispiele hierfür sind Berlin, Hildesheim und Konstanz. Allerdings sind im Gegensatz zu beispielsweise niederländischen Hochschulstrukturen, die in Deutschland nicht so flexibel. Somit ist es ein langwieriger und schwieriger Prozess, solche Strukturen zu verändern. Oft scheitert es daran, dass die Nachhaltigkeitsbüros nicht vollständig institutionalisiert werden, sondern nur für einzelne Projekte finanziert werden.

Was möchtet Ihr mit Goethes Green Office noch erreichen?
Zuerst möchten wir, dass das Thema Nachhaltigkeit sowohl in den Strukturen sowie im Leben der Universität verankert wird. Für uns bedeutet das die Institutionalisierung eines Nachhaltigkeitsbüros. Dieses von der Universität finanzierte Büro soll bestehende Nachhaltigkeitsinitiativen bündeln und verbinden und die Universität ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltig gestalten. Ganz wichtig ist, dass in der Gestaltung einer nachhaltigen Universität alle Statusgruppen mit eingebunden werden und das Büro somit demokratisch legitimiert wird.
Konkret-operative Ziele sind die Umsetzung unserer Projekte. Hierbei haben wir Ideen wie die Errichtung eines Campus Garten, eine biodiverse Campus Meile, plastikfreie und klimaneutrale Universität etc.

Welche nachhaltige oder grüne Aktion hat Euch in den letzten Wochen besonders beeindruckt?
Warum?
Der Klimastreik, zu dem Fridays for Future aufgerufen hat uns sehr beeindruckt. Allein in Deutschland waren 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen, um für eine bessere Klimapolitik zu protestieren. An dieser Aktion kann man erkennen, dass das Thema in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist. Wir freuen uns sehr darüber, was die Fridays for Future Bewegung schon erreicht hat, aber nun ist die Zeit gekommen den Worten auch Taten folgen zu lassen.