#grüngehtdoch hat mit Marlene Haas, Mitinitiatorin von cup2gether gesprochen.

Marlene, du und Claudia Schäfer habt das Pfandbechersystem cup2gether in Frankfurt eingeführt.
Wie kam es dazu, wie seid Ihr auf die Idee gekommen?
Entwickelt haben wir cup2gether mit unserem gemeinnützigen Unternehmen „Lust auf besser Leben“ und der VON WEGEN Kommunikationsagentur. Zu der Zeit haben Claudia und ich uns an unterschiedlichen Strängen für die Vermeidung von Einwegmüll eingesetzt.
Im Jahr zuvor hatten wir mit Gewerbetreibenden hier in der Gegend das Projekt „Ich bin dabei: Plastikfrei!“ zur Tütenvermeidung initiiert, im Rahmen dessen wir feststellten, dass das Thema Einwegbecher-Müll echt dringend ist. Also haben wir uns zusammengesetzt und uns überlegt, wie man diesen Müll verhindern kann. Daraus ist dann ein Pilotprojekt rundum die Bergerstraße entstanden und wir haben geschaut, ob und wie die Leute das annehmen. Für den Test haben wir eine Wette gegen die Stadt, die zunächst nicht so daran geglaubt hat, gestartet. Die Wette haben wir gewonnen.

cup2gether gibt es bislang nur in Frankfurt.
Bist du zufrieden über die Resonanz? Wie läuft es?
Seitens Cafés, Nutzer, Vereine, Interessenten etc. sind wir super zufrieden. Wir machen ja ziemlich viel, aber ich habe noch kein Thema erlebt, das auf so viel Interesse gestoßen ist. Es ist wirklich enorm.
Wir führen jetzt auch Gespräche mit der Stadt, da wir für den Aufbau nicht nur Nutzer und Cafés brauchen, sondern als Partner eben auch die Stadt. Wobei wir schon feststellen, dass wir als D-Zug vorausfahren und die kommunalen Prozesse immer etwas länger dauern. Im Großen und Ganzen sind wir aber zufrieden.

Was möchtest du mit cup2gether noch erreichen?
Natürlich möchten wir die ganze Stadt erobern, denn wir sind noch nicht wirklich überall präsent. Das würden wir mit dem System gerne erreichen. Auch würde wir gerne mehr Vereine einbinden, die immer noch Einwegbecher benutzen, was gar nicht so sehr am fehlenden Willen als vielmehr häufig an einer fehlenden Infrastruktur liegt wie zum Beispiel eine Spültheke. Auch würden wir gerne mehr Stadtteile und weitere Cafés für cup2gether gewinnen. Im Augenblick testen wir also eher lokale Lösungen, führen aber auf regionaler Basis Gespräche, da es durchaus Sinn macht, auch hier einen geschlossenen Kreislauf zu haben. Nur mal als Beispiel, der Bankmitarbeiter, der in Offenbach wohnt und auf dem Weg zur Arbeit seinen Coffee2Go für die Fahrt in die Stadt holt, könnte den Becher in Frankfurt abgeben.
Mit anderen Städten, die ähnliche Systeme haben, tauschen wir uns natürlich auch aus – so lernen alle voneinander, was funktioniert und was nicht.

Welche nachhaltige oder grüne Aktion hat Dich in den letzten Wochen besonders beeindruckt?
Warum?
Auf die Gefahr hin, dass du das jetzt schon mehrmals gehört hast: Fridays for Future. Mich beeindruckt da sehr, dass so viele Leute, für die das Thema noch abstrakt ist, auf die Straße gehen. Und ganz offensichtlich bewegen Kinder mit ihrem Engagement in einem Maße, dass auch Eltern und Firmen nachziehen.
Eine alberne Diskussion hingegen finde ich, dass trotz der großen Power Debatten darüber stattfinden, dass Kinder lieber in die Schule gehen sollen statt den Unterricht zu bestreiken. Es ist doch toll, dass alle mit einer positiven Botschaft auf die Straße gehen.