#grüngehtdoch hat mit Heiko Frieling, dem Energiemanager der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt gesprochen und nach seinem Engagement bei #grüngehtdoch gefragt.

Heiko, Du bist Mitinitiator von #grüngehtdoch. 
Wie kam es dazu?
Ich begleite seit Juni 2017 die Hochschule auf dem Weg zur CO2neutralen Landesverwaltung. Zielsetzung des Landes Hessen ist, dass die Dienststellen bis 2030 CO2neutral arbeiten. Hierbei ist es wichtig, nicht nur die technischen und organisatorischen Prozesse anzuschauen, sondern auch eine Sensibilität zu erzeugen für Klimaschutz und den Umgang mit Energie. Das heißt von Strom über Heizwärme bis Abfall – einfach alles, was dazu gehört.
Mir war es wichtig, nicht nur von außen Dinge zu ändern wie eben die technische Seite. Nutzer kann man nicht einfach so ändern. Da ist es mir wichtig, eine Idee einzupflanzen, bei einigen quasi den Hebel umzulegen. Wenn man einmal angefangen hat, grüner zu sein, setzt es sich meistens von selbst fort.

Warum hast Du auf ein Vorgehen wie bei #grüngehtdoch gesetzt statt auf eine herkömmliche Kampagne.
Den große Unterschied hat der Ansatz der Einbindung und Partizipation gemacht. Wir wollten die Ideen von innen heraus entwickeln, gemeinsam mit den Nutzern.
Hinzu kommt, dass wir, was die Formate angeht, erst einmal offen sein wollten und nicht einfach etwas überstülpen. Das heißt, auch schauen, wie kommt man an Menschen herankommt, die künstlerisch arbeiten oder auch sensibler sind.

Glaubst Du, dass Du an der HfMDK im Sinne der CO2-neutralen Landesverwaltung 2030 Zeichen setzen kannst?
Ich denke, es ist ein Baustein auf dem Weg dahin. Ohne die Nutzer geht es nicht. Das weiß auch das Land. Und wie man an die Nutzer herantritt, ist nicht vorgegeben bzw. dafür gibt es keinen Masterplan.
Von daher war #grüngehtdoch erst einmal ein Testballon. Ich finde, es hat sich inzwischen wirklich etwas entwickelt. Wir haben ein Zeichen gesetzt und die Flamme ist entfacht.
Inzwischen ist es so, dass Leute – Studierende, Mitarbeiter/innen – auf mich zukommen mit konkreten Ideen und Fragen. Studierende möchten es inzwischen auch in ihr künstlerisches Schaffen integrieren, was für mich der Beweis ist, dass eine Bewegung begonnen hat.

Welche nachhaltige oder grüne Aktion hat Dich in den letzten Wochen besonders beeindruckt?
Warum?
Im sprichwörtlich Kleinen beeindruckt mich aktuell meine 3-jährige Tochter, der ich ein Buch vom Umweltschreck vorgelesen habe und für die es jetzt das Normalste der Welt ist das Licht auszumachen oder das Wasser beim Zähneputzen abzudrehen.
Im Größeren an der Hochschule hat mich das Engagement von vier Studis beeindruckt, die mich angesprochen haben, ob ich sie bei ihrem Projekt, ein Konzert zum diesjährigen Welterschöpfungstag zu organisieren, unterstützen werde. Es findet am 16. Mai statt und natürlich war ja gleich dabei!